Toskana (Panzano) - Piemont (Martassina) 2026
- Stolli

- vor 2 Tagen
- 9 Min. Lesezeit
10.4. - 22.4.2026
10.4.2026
Auf geht es Richtung Toskana & Piemont, diesmal sind meine Ziele...
...die Ferienwohnung Guardo al Chianti, was soviel bedeutet wie: Ich schaue auf den Chianti (bezieht sich auf die Weingegend und den Wein - gefällt mir schon mal), mitten in Panzano, Veronica, mein Superhost kann leider nicht persönlich vorbeikommen, sie hinterläßt den Schlüssel in der Box an der Tür…
...sowie die Blockütte Baita Panoramica Indipendente in Martassina, Gemeinde Ala di Stura, auf 1200 m gelegen, hier empfangen mich meine Superhost's Paola & Cinzia super freundlich…
Die Buchung über Airbnb wie immer perfekt, habe stets gute Erfahrungen in Italien mit diesem Portal gemacht.

Begleitungstechnisch habe ich mich für einen "etwas" dickbäuchigen Leoparden entschieden, ob ich ihn auf den Wanderungen etwas trainieren kann?

Nun, kurz vor meiner Rast nach dem Gotthard-Tunnel hing der Dicke mit der Schnauze in meinem Brötchenbeutel, weitere Fragen….
Die Anfahrt sehr entspannt, der San Gottardo hat noch sein Schneemäntelchen an und natürlich waren alle Pässe gesperrt.
Mein B&B Les Fleurettes vom Vorjahr ist bereits ausgebucht gewesen, so weiche ich auf die Foresteria La Torretta in Fino Mornasco ab, mal wieder im Niemandsland auf dem Weg Richtung Mailand...
…sehr freundlicher Empfang und selbst mein relativ kleines Einzelzimmer ist modern und sehr schön, der Chef spricht besser Englisch als ich Italienisch, was allerdings nicht für sein Englisch spricht….
Abendessen im ZŌN Steakhouse , All you can meat lautet hier der Wahlspruch...
…heißt im Rheinischen soviel wie Fleisch ist die Beilage…
…bestellt wird per Tablet, im Preis von 42,- ist Abends bis auf das unsägliche Coperto, Getränke und Nachtisch alles inklusive…
… so gingen zusätzlich zu einem Santa Christina Superiore von Antinori, zweierlei Sashimi, Culatello mit Burrata, Lardo, Salsiccia, Lammkotellets , dreierlei Tartar, eine Leckerei mit Scarmoza und eine halbe irische Crostata, krosses Fett ist per Definition gesund in den Bauch….
11.4.2026
Das Frühstück in B&B ist ein absolutes Highligt, Alessandro fährt alles auf, leider war ich doch irgendwie etwas gesättigt…
Er serviert tollen Cappuccino, Espresso, frischen Orangensaft, gutes Brot, frisch gebackene Cornetti, der Frühstücksraum duftet so toll.
Ansonsten ob Käse, Schinken, Müsli alles da, Chapeau oder Tanto di cappello schließlich bin ich in Italien.
So langsam kommt die Toskana näher,
Einkaufen im Coop kurz vor dem Ziel ist schon fast ein heiliges Ritual und ich bin immer wieder begeistert über die Auswahl an tollen Produkten, mein Einkaufswagen sieht aus als ob ich mit mehreren Leuten angereist bin aber das werde ich schon packen.

Auch hier wieder ein Ritual , mein erstes Mahl ist eine Brotzeit mit Lachs, Scarmorza und toskanischer Lebercrostini, dazu ein italienischer Weißwein, so kann der Abend beginnen.
12.4.2026

Heute ist mal wieder Bewegung angesagt, ich wähle eine Runde von knapp 15 KM direkt von Panzano aus, diese führt über Montefiorale und Greve zurück.
In Panzano ist heute Markt, ausser Obst, Gemüse, Käse, Wein gibt es allerlei Haushaltskram und Wäsche jeder Art.
Die Strecke führt über Stock und Stein auch über Reste einer römischen Straße, nun diese Art von Straßen führen auch oft zu Ferienhäusern, nun seí‘s drum.
Über Montefiorale geht es nach Greve, die Restaurants am Hauplatz sind brechend voll und dann geht es wieder zurück nach Panzano.

Im Kühlschrank der Fewo wartet schon der kleine Octopus sicher verpackt, die Köpfe habe ich dann doch nicht verwendet, dazu einen Tomatensalat, fein!
13.4.2026
Heute geht es zur Weinverkostung zum Weingut I Fabbri in Lamole, Mascha empfängt mich und ein junges englisches Paar aus Devon im Verkostungsraum, es gibt Salami, Pecorino mit Kastanienhonig und Brot zum Wein, 11:30 Uhr ist an sich nicht meine Zeit für Alkohol und dann auch noch Rot…
…wir starten mit dem „normalem“ Chianti Classico, dieser wird im Zementtank ausgebaut, er hat die typischen Sangiovesenoten aber ist so frisch mit guter Säure, das liegt wohl daran, dass die Reben hier an den höchsten Stellen bis über 600m angebaut werden, gefolgt vom Terra di Lamole wo ein Teil der Trauben im Faß ausgebaut wird, auch hier überwiegt die fruchtige Frische.
Als letzten Wein probieren wir den Chianti Classico Riserva, hier bin ich normalerweise vorsichtig weil viele Riserva alkoholisch sind und den Mund austrocknen, nicht gerade eine schöne Vorstellung aber hier ist alles anders, obwohl komplett aus dem Holzfaß frisch nur etwas voller im Geschmack.
Leider ist die Olivenernte schlecht ausgefallen, reicht gerade mal für die Besitzerfamilie, von daher keine Probe möglich.

Hier habe ich auch noch eine Karte „Le Strade del Chianti Classico“ bekommen, hier sind alle Weingüter eingezeichnet, etwas viel für 5 Tage…
Passenderweise hatte ich mir für´s Abendessen das Ristoro di Lamole im gleichnamigen Ort ausgesucht…
…dieses liegt mit wunderschönem Blick ganz oben über den Weinbergen, das Personal ist superfreundlich und aufmerksam. Auch als Einzelperson bekommt man einen schönen Tisch.
Vom Haus gab es Pecorino mit Honig, ich liebe es, der Flaschenwein ist fair eingepreist.
Als Antipasti hatte ich ein weiches Ei mit grünem Spargel auf einem fluffigem Purée, Primi die Empfehlung vom Chef waren Paccheri mit Pilzen und Trüffeln, göttlich.
Als Secondi habe ich mir die lange gegarte und butterweiche Lammhaxe mit Mönchsbart ausgesucht, sehr zu empfehlen.
Vom Haus gab es dann noch 24 Monate gereiften Peccorino und tollen Limoncello.
14.4.2026
Das Wetter ist nicht prickelnd, daher habe ich eine weitere Degustation gebucht, diesmal bei Lamole di Lamole, 2* die Gurkerei auf den Berg ist keinmal, daher jetzt Nummer 3.
Die geführte Weintour mit Degustation bei Lamole di Lamole durch Lorenzo in bestem Englisch durch Weinberge und historischem Weinkeller, alles super erklärt.
Anschließend Verkostung von 4 Weinen, wir (außer mir noch 4 nette Ami`s aus Pennyslvania) haben noch on top einen weiteren Gran Selezione bekommen, dazu gab es Salami und Pecorino, ein wunderbares Erlebnis.
Heute Abend köchele ich mir ein Risotto mit Tropeazwiebeln und Salsiccia, ein Gedicht.
15.4.2026
Der letzte Tag in der Toskana steht an, da muss das kleine Blauauge noch mal wandern, die Tour startet praktischerweise wieder in Panzano „City“.
Die Toskana gibt sich die größte Mühe mich zu verabschieden, die Sonne begleitet mich auf dem ersten Teilstück auf der Schotterstraße Richtung Lamole di Lamole, zu Fuß sind die Ausblicke wesentlich schöner.
Die Tour Pieve so San Leolino von Panzano findet Ihr in Komoot, Nachlaufen lohnt sich.
Die Henkersmahlzeit nehme ich im Il Vescovino ein, dafür liebe ich meine italienischen Freunde, auch als Einzelperson bekommt man einen schönen Tisch mit schönstem Blick von der Terrasse, das Personal superfreundlich und aufmerksam.
Ich habe mich für den roten Hauswein, La Lepre von Le Fonti aus Panzano entschieden, in den Weinbergen hausen jede Menge Hasen (Lappinge), schön frisch aber nicht auf der Karte.
Als ersten Gang jungen und gereiften Pecorino mit Birne, das ist hier überall gang und gäbe.
Danach Pici mit Tomatensugo, Knoblauch und Peporoncini, einfach und so gut.
Als Secondi die perfekte Tagliata, medium rare, mit Rosmarinkartoffeln, das Fleich so zart…..
…so sieht ein letzter Abend aus…
16.4.2026
Heute geht es entspannt weiter...
,,,und um 14:30 Uhr bin ich schon im Ferienhaus, Paolo und Cinzia sind sehr freundlich, sie erklären mir alles, das Häuschen hat 3 Etagen, damit ist mein Workout gesichert 🏃♂️
Zur Begrüßung gibt es ein Fläschen Génépy, (das trinken die Bewohner des Tals in jeder Form, ich hatte mit Blutorange, Schweppes und dem Likör, schmeckt überhaupt nicht alkoholisch).

Hübsch anzusehen ist die Verriegelung des Hauses von Innen, na hier werde ich wohl nicht geklaut…
Der Blick von den insgesamt 3 Etagen ist wunderschön, da macht ein Apéro doppelt Spaß.
Unweit vom Ferienhaus ist die Macelleria (Metzgerei) di Bruno Tetti, hier werde ich mich mit meinem besten (Hüstel) Italienisch durchschlagen müssen, zustätzlich zu seinen Produkten werden hier auch andere regionale Produkte (z.b. der Ziegenkäse von meinem Vermietern etc.) angeboten.
Diese Woche wird Ziegenfleisch angeboten, Bruno bringt mir zur Auswahl eine halbe Ziege, muß glaube ich nicht sein, und Ziegengulasch, na dann werde ich mein Peposo morgen mit Ziege zubereiten, wenn ich ihn richtig verstanden habe braucht das auch so um die 2 Stunden.
Schräg gegenüber ist die Bar des Ortes, hier gibt es Briga vom Faß, wird auf 1.432m mit Quellwasser von Pian del Mussa abgefüllt, dann probiere ich mal eins und siehe da, Probiergläser gibt es nicht nur im Rheinland.🤣
17.4.2026
Heute geht es zu allererst nach Ala di Stura ein paar Kleinigkeiten einkaufen, der Cappuccino ist ne Wucht und das für schlappe € 1,60, Sonnenuhren sollen hier an jeder Ecke sein, gut 2 (an einer Kirche) habe ich gefunden und dann das Grand Hotel, 1910 ging hier die Post ab und wer Rang und Namen hat ist hier abgestiegen.
Teilweise war das Hotel verlassen und 1975 ist es als 3-Sterne Hotel wieder eröffnet worden.
Danach bin ich noch nach Balme gefahren, ausser der Birreria Briga nix von Bedeutung und dann noch nach Pian della Mussa aber schon wenige Meter nach dem Ortsausgang gesperrt, anscheinend liegt doch noch zu viel Schnee.
Dann halt eine kleine Wanderung, auf Empfehlung von Cinzia sollte ich eine kurze Runde zum Wasserfall machen, es geht an der Stura entlang und auf der Hälfte der Strecke waren wohl für den Rückweg um den Abstieg zu erleichtern Seile gespannt, nun ich bin parallel zurück gelaufen, hin und zurück der selbe Weg muss nicht sein.
So langsam will die Ziege in den Topf…
….und sie war perfekt.
18.4.2026
Heute habe ich mir eine weitere Wanderung ausgesucht, sie bietet tolle Blicke auf verschneite Berge, nicht direkt Felsenmeer aber viele Findlinge , höchster Punkt auf 1.745m.
Hatte mich schon gewundert warum der Vorläufer einen Schnitt von 2,6 kmh hatte, konnte ja nicht nur am Aufstieg gelegen haben aber kaum steige ich ab bin ich schlauer, steil bergab mit Unmengen von trockenen Blättern, Ästen und oft ist der Weg nur zu erahnen, also öfter auf allen Vieren und so komme auch ich auf nur 3 km/h (da war die Dame von Lourdes nicht wirklich eine Hilfe) 🤮
Heute Abend gibt es Crudaiolo, die Zubereitung ist so einfach und so lecker.
19.4.2026
Es ist Sonntag, in die Kirche gehe ich nicht, dafür habe ich mir eine schöne Wanderung ausgesucht, Praktischerweise startet die Tour fast genau am Ferienhaus, auf den ersten 2 Kilometern geht es nur stramm bergauf, an einem Abstecher soll eine Ziegenkäserei kommen (zumindest gibt es ein Foto in der Wanderung), ich bekomme schon wieder Hunger.
Was war nicht da, natürlich die Käserei, der markierte Punkt auf der Vorlage endete auf einem Forstweg, vielen Dank.
Danach folgen schöne Wanderwege, ich überquere die Mündung von einem Rio sonstwas,
zum Glück zur Abwechslung ohne nasse Füße.
Zwischenstopp in Ala di Stura, nicht so spannend da ich ja schon am Freitag da war.
Danach folgt das lustige Schild mit den Gnomen😏, ich folge dem „Weg“, an dem Abzweig könnte man auch unten parallel zur Stura bleiben, die Wege kommen später zusammen und schon bin ich nach gut 10 KM und über 600 Hm zurück in Martassina.
Heute bleibt die Küche kalt, wir (ich) gehen nicht in den Wienerwald sondern ins Discorotto, soll für seine Pizzen bekannt sein.
Oder doch nicht, heute ist Karaokeabend, viele italienische Kinder „singen“ unter frenetischem Beifall ihre Songs, das brauche ich nicht.
Gut, kurzfristig ins Le Contessine, kein Tisch besetzt und wenn ein italienisch sprechender Marrokaner und ich versuchen uns auf italienisch zu verständigen, na dann….
…Menue gibt es nicht, so hätte ich wenigtstens eine faire Chance gehabt, also letztendlich gibt es Salami, Schinken und Ziegenkäse als Antipasti, Lasagne als Primi und Hühnchen mit Ratatouille als Secondi, nicht mein gewünschtes Essen aber trotzdem gut…
…das Ganze für 20€, der Laden wäre kein Restaurant sondern irgendwas Wohltätiges!
20.4.2026
Einmal Sightseeing muß sein, ich fahre nach Ivrea, da soll es ein schönes Centro Historico geben und mal schauen ob es irgendwelche Leckereien für zu Hause gibt.
Parken unweit vom Centro total einfach, über Easy Park werden es nach ein paar Stunden € 2,24 sein, in Darmstadt auf der Mathildenhöhe sind es € 5,- pro Stunde, ohne Worte…
Der erste Weg führt mich in ein sympathisches Kaffee, nur Einheimische und toller Cappuchino für € 1,70 weckt die Geister…
In der Stadt selber ist nix los, viele Geschäfte haben noch oder generell am Montag zu, darüber hatte ich nicht nachgedacht…
Es ist Mittag und ich habe so was von einem Hunger, die meisten Leute sind auf den Piezzen (soll die Mehrzahl sein, habe nachgeschaut), ich finde in einer kleinen Gasse eine Schiefertafel, Spritz mit Chips für 4.50€, was kostet der Spritz solo bei uns?
Ich habe ein Piadina mit Bresaola und Käse & Spriz, klar die Chips habe ich auch bekommen, alles super lecker aber dann doch zu viel.

Tja, Olivetti darf natürlich nicht fehlen, quasi der Erfinder der Touch-Tastatur mit Reduktion auf das Wesentliche 🤣
Im Endeffekt habe ich ein paar Leckereien ausgerechnet beim Spar Express bekommen, die Schweinereien a la Käse und Salami werde ich dann beim Metzger unweit von meiner Schlafstelle bekommen.
Heute Abend gibt es Spaghetti (Originalrezept mit Bigoli, hatte ich nicht, zum Glück bin ich nicht in Italien, kann ich mich rausreden) mit Zwiebeln und Sardellen a la Splendido, kocht sich wie von selbst und ist soooooo schleck.
21.4.2026
Der letzte Tag bedeutet noch ein paar Dinge einkaufen, davor ein letzter Cappuccino in der kleinen Bar des Ortes, war Satz mit X, öffnet erst Morgen aber da bin ich schon auf der Autostrada,
Frühstücken nicht zu vergessen, bisserl Ziegensalami, Crostina aus der Toskana und ein gekochtes Ei.
Packen ist auf der Rückreise einfacher, alles muss nur irgendwie rein.
Heute Abend gibt es dann meine geliebte Carbonara aber nicht nach deutscher Art.
War eine schöne Zeit in Bella Italia.🇮🇹
22.4.2026
Es ist so weit, die Heimfahrt steht an, so richtig hell ist es noch nicht, 745 km
und gut 8:30 Stunden reine Fahrtzeit stehen auf dem Plan, zur Abwechslung geht es durch Frankreich und einen Teil der Schweiz, damit fahre ich mal nicht durch den Gotthard-Tunnel.
Um mit meinem alten Freund James Bond zu sprechen, Stolli will return und zwar nach "?", viel Spaß demnächst auf diesem Blog





























































































































































































































































Der Bericht ist wie immer sehr witzig und informativ geschrieben. So lerne ich immer wieder relativ unbekannte Regionen in Italien kennen, die es sich offenbar lohnt zu entdecken. Was die kulinarischen Schätze angeht, gehen die Geschmäcker teils auseinander, aber das ist ja normal. Wenn man vom Oktopus absieht 🤮, macht jedenfalls alles einen appetitlichen und durchaus leckeren Eindruck. Bella Italia eben!