Raggiolo - Toskana 2021

15.10. - 26.10.2021


15.10.2021 - Anreise - Villa Guardia


Die Anreise ist zwar immer unverändert, rauf auf die A5 und ab Richtung Schweiz, keine besonderen Vorkommnisse und dann sagt mir der BMW, dass San Gottardo in Kürze erreicht ist, FREU!


Die sonnige Schweiz mit schneebedeckten Bergen und saftig grünen Wiesen begeistert, im Tessin getankt ist man quasi schon in Italien.

An der Grenze schlägt das Navi einen unbekannten Weg über die Grenze ein, wer folgt? Na ich und hinter mir ein Rattenschwanz an PKW und Motorrädern und nach unendlichen Kurven und Kehren überqueren wir alle eine grüne Grenze, habe ich irgendwas Unerlaubtes dabei von dem ich nix weiß?

Und warum habe ich dann die Online-Registrierung überhaupt ausgefüllt?

Was weiß ich….auf jeden Fall erreiche ich mein B&B Casa Cerruti in Villa Guardia und werde von meinem supernetten Host Andrea in Empfang genommen.

Danach geht es, es gibt Schlimmeres als Gewohnheiten, in mein schon bekanntes Ristorante „La Vecia Hosteria“.

Ein Riesenteller Prosciutto Crudo mit einer cremigen Mozzarellakugel (was machen die Birnenscheiben darauf?) erfreut meinen Gaumen und dazu die leckere Pizza mit Scarmorza und Pancetta, so SCHLECK!


Die Flasche Wein aus dem Ristorante findet den Weg mit ins B&B, die Sonderausstattung Weinflaschenthalter für den BMW war gut angelegt.



16.10.2021 - Weiterreise Raggiolo


Das Frühstück, in Corona Zeiten wird ein Teil (Salami, Kuchen, Croissant, Olivenöl) frisch serviert, zusätzlich in einem Picknickkorb ist Brot, Käse, Salami, Apfelsaft und Konfitüre enthalten, Andrea bereitet frischen Capucchino, Espresso oder Latte Macchiato, ein Traum.



Außer mir ist noch eine nette Schweizer Familie zu Gast, das Mädchen hat einen süßen Orang Utan als Plüschfreund, genau so einer war mein bester Freund zu Kleinkinderzeiten.

Da dieser meine Liebe nicht überlebt hat wäre es ein Leichtes gewesen jetzt Ersatz zu bekommen aber leider haben die Eltern die Kleine nicht aus den Augen gelassen, es wäre leichte Beute gewesen…..


Nun gut, geht es halt ohne Trophäe auf den Weg Richtung Casentino, ich cruise gemütlich Richtung Süden, bei der Ausfahrt kam doch noch Stress auf. Jetzt bin ich schon so oft mit den Straßenräubern auf der Autostrada in Kontakt gewesen aber diesmal an der Ausfahrt, EC-Karte rein, Karte raus, zur Abwechslung mal die Kredikarte rein/raus….was ein dummes Spiel.

Die Hilfe vom Support mit italienischem Englisch, Insert Card (nicht dass ich das schon versucht hätte) war nicht wirklich eine Hilfe aber auf einmal Simsalabim klappt es doch noch…..

Auf dem Weg nach Raggiolo überquere ich noch einen Pass (Aperto steht dran, das freut das Blauauge-scheint wohl im Winter nicht immer so zu sein)



Noch schnell (Schnell ist relativ, die Auswahl an Leckereien ist groß, die Orientierung weniger) in den Coop in Bibbiena eingefallen und für die ersten Tage eingekauft.


Lucia und Ihr Mann warten schon am Ortseingang auf mich, da der kleine Ort Raggiolo autofrei ist wird mein Gepäck mit einem lustigen Gefährt transportiert.



Lucia führt mich durch die Casa Lucia und Garten, erklärt mir alles (u.a. dass um diese Zeit nix los ist und somit relaxen angesagt ist, passt mir gut in dem Kram. und so kann der Urlaub beginnen.


Der erste Abend beginnt mit einer Plünderung der heutigen Einkäufe!


17.10.2021 - Le Vie del Castagno und Raggiolo


Mit dem Auto war ich die letzten beiden Tage genug unterwegs, daher erkunde ich heute am heiligen Sonntag Raggiolo, das sollte recht schnell erledigt sein, von den ca. 100 Einwohnern habe ich wohl die Hälfte gesehen mit Buongiorno, Buongirono…..



Danach geht es auf den Le Vie del Castagno (Das Leben der Kastanie ist auch für den nicht italienisch sprechenden selbsterklärend), nicht sehr überraschend liegen ausreichend Kastanien am Boden, Wildschweine sehe ich nicht aber die mag ich eh am liebsten als Ragout mit Pasta.


Das reicht für Heute, da Relaxen angesagt ist wird auch relaxed…




18.10.2021 - Kloster La Verna & Monte Penna


Heute gibt es Bewegung und Kultur, ich fahre zum Kloster La Verna wo der heilige Franziskus seine Wundmale empfangen haben soll.

Aber zuerst geht es auf den Monte Penna, ein schöner Waldweg, allerdings laufe ich „erst“ unterhalb des Klosters den Wanderweg Nr. 51.

Oben angekommen empfängt mich eine kleine Kapelle und wunderschöne Blicke auf die Landschaft.


Auf dem weiteren Weg findet sich eine weitere Kapelle, da mein Italienisch bestenfalls für Speisekarten reicht überlasse ich Euch die Übersetzung….



Und dann, Wunder über Wunder, Rom ist weit und doch finde ich den heiligen Stuhl…


So besonders weit ist es mit meiner christlichen Erziehung wohl nicht, gebe ich einfach meinen Eltern die Schuld, können sich ja nicht wehren….


Nun aber ins Kloster del Verna, erst aus der Ferne…


…und dann aus der Nähe, diesem besonderen Flair kann ich mich denn doch nicht entziehen.


Heute Abend geht es zum Abendessen in das Ristorante La Vite nach Bibbiena, wer war alleine in da House, na klar der Tedesco und was bekomme ich, ein Menü Tedesco, da bin ich ja eher skeptisch aber das Betreiberpaar hat länger in verschiedenen Städten in Deutschland gelebt und sprechen immer noch sehr gut Deutsch und sind super nett.

In Rot sind die typischen Gerichte aus dem Casentino gekennzeichnet, das freut mich.—-


…nun habe ich mich für das Rindertartar, die Kartoffelravioli und die Tagliata entschieden und die Wahl war so was von perfekt!


Vom Haus habe ich nach wiederholt falscher Aussprache noch eine kleine Italienischstunde bekommen, Le Rancole, das C spricht sich wie K da das O ein (h)arter Vokal ist, Raggiole wo ich wohne spricht sich wie gsch da das I aus dem harten O ein süßes Vokal macht, das klingt gut und sollte ich mir merken ;-)


Und wie üblich wandert die angefangene Flasche regionaler Chianti ins Ferienhaus.



19.10.2021 - Poppi & Bibbiena


Heute startet der Tag nicht mit Relaxen, es geht in die Nachbarorte Poppi & Bibbiena.


Poppi hat etwas von einem Museum aber in Raggiolo ist das ja auch nicht anders nur deutlich kleiner. Nun ich schlendere durch die Stadt, Geschäfte sind hier eher Mangelware dafür gibt es schöne Blicke.


Und dann auch noch der doppelte Dante….


Jetzt aber rein ins Castello di Poppi, dass von den Grafen Guidi im 13 Jahrhundert gegründet wurde, von außen wirkt das Castello viel größer als von innen und ist doch sehr gut erhalten, besonders interessant ist der Aufstieg in den Turm mit weitreichendem Blick in die Landschaft.


Von Bibbiena war ich doch etwas enttäuscht, es gibt jede Menge Kirchen aber danach war mir heute nicht und so gibt es nicht mal ein Foto…


Der Rest des Tages galt dann wieder dem Relaxen und heute Abend gibt es kalte Küche im Ferienhaus.



20.10.2021 - Wanderung von Castiglion Fibocchi über La Vialla


Heute habe ich mir eine schöne Wanderung (knapp 11 entspannende Kilometer) mit dem Startpunkt in Castiglion Fibocchi ausgesucht.


Auf dem Hinweg lese ich so schöne Namen wie Casalecchio (klingt doch wie eine Wurst nach Mortadella Art, nicht dass ich heute Morgen schon eine hatte) und Fibocchi (Fenchelsalami oder?), mir knurrt schon der Magen.


Dann starte ich halt ausgehungert die Wanderung, mal geht es auf Straßen entlang, nicht unüblich in Italien, mal durch Weinberge bei allerbestem Wetter und kurz vor Schluß lande ich bei La Vialla, von der Fattoria kaufe ich schon sehr lange Produkte.



Den bunten Prospekten nach habe ich ein Disneyland mit der ganzen rumspringende Bande (wie sie sich bezeichnen) erwartet aber so war es zum Glück nicht, die Tische schön gedeckt, die Gäste trinken gegen Mittag ordentlich Rotwein, danach war mir nach der Wanderung nicht.


Auf dem Rückweg noch schnell zum Alimentari Pane e Olio in Quota , hier bin ich der einzige Kunde und versorge mich mit Vino, frischer Pasta, Wasser, regionalem Honig und Konfitüre, die Chefin sehr nett mit wieselflinken Italienisch sodaß ich nur hin und wieder etwas verstehe, im Ferienhaus erwartet mich ein kleiner Antipastiteller.



Heute Abend gibt es frische Pappardelle mit Wildschweinragout, SCHLECK!



21.10.2021 - Wanderung von Raggiolo nach Quota und zurück


Das Wetter ist heute mal nicht so prächtig, da bietet sich doch eine kleine Tour durch den Wald an, Komoot bietet mir die Tour nach Quota an und noch einiges mehr aber dazu später.


Es geht los unweit von meinem Ferienhaus…

Kurze Zeit später führt mich Komoot direkt auf ein verschlossenes Grundstück zu, Durchkommen, Nö. Also versuche ich es drumherum, eine Machete wäre nicht schlecht gewesen aber irgendwann bin ich auf dem rechten Weg und erreiche Quota.


„In hoc signo vinces“ (jetzt könnte ich einen auf Klugscheißer machen), das ist lateinisch und bedeutet „In diesem Zeichen wirst Du siegen“. Was genau ausser dem Bau von Quota um das 17 Jahrhundert passiert ist bleibt mir im Verborgenen.

Außer dem schon beschriebenen Alimentari bietet Quota ähnliche Blicke wie Raggiolo…


Auf dem Rückweg komme ich an der zerfallenen Kirche San Michele Arcangelo vorbei, hier erklärt mir Komoot, dass ich dem Weg 950m folgen soll und das mehrfach, Ja ja, ich stehe und wenn ich mich nicht bewege wird sich an der Distanz nichts ändern ausser der Weg verschwindet mit mir im Höllenschlund…


Dem „Originalweg“ folge ich jetzt nicht mehr sondern suche mir einen anderen und siehe da, ich komme genau unterhalb von Raggiole an und zwar genau an der Brücke (siehe 17.10.), an der ich nicht weitergelaufen bin wegen Privado, kein Durchgang usw. aber das galt wohl nur für die eine Richtung….


Heute Abend geht es nochmal ins La Vite, schließlich muss ich doch mindestens einmal ein Bisteccha Fiorentina zu mir nehmen, da das kleinstmögliche 950gr (natürlich mit Knochen) wiegt wird mir zu einer kleinen Vorspeise geraten, so kam es zu dem Pilztörtchen mit Käsefondue, dem kleinen Freund in der Mitte und super Spinat, so SCHLECK!




22.10.2021 - Arezzo


Uuupss, gestern hatte ich zufällig eine „Anweisung“ oder eher Bitte im Ferienhaus vorgefunden, dass man (ICH) hin und wieder die Blumen im Garten gießen möge, andere Gäste hätten das wohl von Sich aus gemacht aber Moi?

Nun, Strafe muss sein, seit gestern Nacht gießt es aus Kübeln, damit sind die Blumen wohl ausreichend gegossen, pfffff.


Gegen Mittag riskiere ich die Fahrt nach Arezzo, in Raggiolo ist es schon trocken, kaum am Ziel angekommen hört es ein paar Minuten später auf.zu regnen.

Ich schlendere etwas durch das Zentrum und muss mich erstmal stärken, Aperitivo und Pasta mit Wildschwein ist die Lösung.


Arrezzo ist eine schöne Stadt, hat etwas von Siena…


Tja, da hier alles Tierische auf den Tellern landet grasen hier nur Nachbildungen…


Und dann kurz vor der Abfahrt ein Gefühl von Heimat…


Sofort kommt mir Marius in den Sinn „Ich glaube an die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in Bar“, tut sie aber nicht denn der ATM ist „non disponible“, übersetze ich mal frei mit „hat keine Böcke“ - VIELEN DANK!


Auf den Rückfahrt besuche ich noch kurz den Gala Supermercati um für die letzen Tage einzukaufen, ist ähnlich wie Coop nur etwas kleiner.

So fand eine Scheibe (Trancio) Pizza Margherita, kurz im Ofen aufgewärmt, den Weg in meinen Magen, so gut sollten Pizzen in Deutschland mal sein.




23.10.2021 - Croce di Pratomagno


Der Tag beginnt mit einem wunderschönen Blick von meinem Ferienhaus.